Press reviews  


Eisentanz @ Orkus
Orkus , November 2010
"Ich will Dead can Dance und die Neubauten verbinden"  Janosch Tröhler

Hinter einer unscheinbaren Betontür in einer Tiefgarage verbirgt sich das Reich von Jean van Eisentanz. Dort lebt der Klangakrobat alleine mit seinen Instrumenten und technischen Anlagen. Bereits als Jugendlicher sog er jeden Ton in sich auf, bis er sich einen ersten Synthesizer kaufen konnte. Ohne Internet, bediente Eisentanz sich Büchern und Fachgeschäften, um das Gerät zu programmieren und erste Klänge zu produzieren. Er sei schon immer mit offenen Ohren durch die Welt gegangen. Deshalb habe er wohl einen Tinnitus, denn sein Ohrmuskel schliesst sich bei lauten Geräuschen nicht vollständig.

Fasziniert von der elektronischen Musik der Achtziger Jahre, dachte er, dass er das auch kann. Seine Inspiration fand er in Künstlern wie den Einstürzenden Neubauten oder Skinny Puppy. Eisentanz ist aber keiner, der gerne kopiert. Seine Begeisterung für die Akustik trieb ihn dazu, seinen persönlichen Stil zu entwickeln. Die Musik, die van Eisentanz produziert, ist metallisch, düster, aber zugleich organisch und lebendig. Bis zu fünfzig verschiedene Töne und Klänge werden mit Synthieflächen verwoben und schaffen ein Soundgebilde, das seinesgleichen sucht. Oft werden die Samples nicht in originaler Form beibehalten, sondern verzerrt, gedehnt oder zerschnitten und erneut zusammengesetzt. "Ich will Dead can Dance und die Neubauten verbinden", sagt van Eisentanz. Tatsächlich muten einige Elemente in seiner Klangwelt urtümlich und folkig. Immer wieder forscht er unbekannten Lauten nach, hält sie auf Band fest und ersinnt eine Verwendung für sie. Nicht immer baut er um einen Ton herum einen Song auf; manchmal gefällt ihm schlicht, wie er klingt.

Schnell wurde dem Soundfänger bewusst, dass er an die Öffentlichkeit muss, und er überlegte sich, wie er sein Projekt live umsetzen könnte. Viele Experimente und zahlreiche gescheiterte Auftritte hatte er hinter sich gebracht, bis ein geeignetes Konzept ausgearbeitet war. "Klar könnte ich alles playback machen und dazu eine Show abziehen". Doch dem Akustikjongleur geht es um Authentizität. Musik soll ein Handwerk bleiben.

Zu seinen Konzerten gehören phantastische Instrumente, die alle aus Eigenproduktion stammen und klingende Namen wie Shrotophon oder Barrelvoice tragen. Mit seinen fesselnden Performances begeistert der Künstler über die Szenegrenzen hinaus; er wird auch für Einweihungen und ähnliche Events gebucht. Innerhalb des Industrial-Umfelds ist er ein gefragter Mann. So tritt er als Gastmusiker bei der Schweizer Band Jesus and the Gurus mit seiner Metalbodydrum auf und überzeugt auch das Publikum im Ausland. Wie viele Sounds er auf seiner Jagd nach neuen Geräuschen bereits eingefangen hat, kann er nicht sagen, doch er ist weiterhin auf der Suche. Speziell für die LeserInnen von Orkus stellt Eisentanz zwei unveröffentlichte Tracks gratis auf seiner Website zum Download zur Verfügung, damit ein Eindruck seiner Klangkünste gewonnen werden kann.

Discographie (Alben):
SO21 - Special Edition (2007)
Eisentanz_2_0_1_0_ (2010)
Bild: Nicola Tröhler




Scheich @ Fernsüchtig
Der Landbote , 2. Juni 2008
Experimentelle Klänge im Garten Eden  Iris Wolfensberger

Die aufstrebende Newcomerband Scheich wurde vom Verein "Fernsüchtig" nach Wiesendangen eingeladen. Das Konzert überraschte und begeisterte die Zuhörer.

WIESENDANGEN - Wer Scheiche zu sich einlädt, muss sich auf etwas gefasst machen. Auch wenn es sich nicht um solche aus dem arabischen Raum handelt. Selbst ein "Scheich" aus dem Zürcher Oberland kann sufistisch anmuten, mystisch und spirituell. Die Musik der Band aus Pfäffikon ist definitiv kein Mainstream. Doch was sonst? Sie selbst sagen, sie machten experimentellen TripHop. Das triffts nicht schlecht. Und doch hilft diese Bezeichnung nur beschränkt weiter, wenn man wissen will, was man nun erwarten soll von einem Scheich Konzert. TripHop ist ein guter Anfang. Die Klänge von Scheich erinnern immer wieder an Portishead, Moloko oder Björk. Sängerin Natasha Yasmeen Hauri singt, spricht und schreit ähnlich wie Björk, mit eindringlicher Stimme.

Musik mit der Kaffeetasse
Doch was heisst "experimentell"? Elektromusik? Ja, Elektronik spielt bei Scheich eine wichtige Rolle. Doch Jean-Claude Horlacher alias Jean van Eisentanz mischt nicht nur einfach irgendwelche Sounds auf dem Computer zusammen. Schon das Erzeugen der Klänge an sich ist "experimentell". Allerlei Alltagsgegenstände werden verkabelt, mit Mikrofonen versehen und zu Instrumenten umfunktioniert. So bastelte er aus irgendwelchen Rohren eine Art Xylofon, aus einem Abflussrohr sein "Shrotophon". Auch Kaffeetasse und Campingkocher werden verwendet. Das Gemisch von Realklangwiedergabe und synthetischer Komposition wird von den Gitarren und Querflötenklängen von Thomas Schönenberg zusammengehalten und in Form gebracht.

Musikalischer Wasserdampf
Ja, die Silbermedaillengewinner von "Battle of the Bands 07/08" machen nicht nur Musik zum Hören, sondern auch zum Schauen. Es ist faszinierend, zu sehen, wie Wasserdampf in Musik übersetzt wird, wie Natasha Yasmeen Hauri nicht nur singt, sondern performt und sie Jean van Eisentanz umtanzt. Die szenischen Elemente werden unterstützt von Lichteffekten. Und so wird das Konzert zu einer Inszenierung, die sich von allem unterscheidet, was man kennt. "Manchmal erinnerte es mich an Cafe del Mar, aber dann auch wieder gar nicht", sagt Konzertbesucher Dani, 30. Unterstrichen wird das Spezielle, das Andere, in Wiesendangen auch von den Veranstaltern. "Mir hat das alles nicht mehr so gepasst, was mir im Ausgang so zur Auswahl stand. So dachte ich, dann muss ich halt selbst was organisieren", erklärt Initiatorin Florina Stiefel. Das war vor fünf Jahren. Mittlerweile ist "Fernsüchtig" ein Verein - der Verein "Freie Bühnen Wiesendangen" - und die Veranstaltungsreihe ein fester Bestandteil des Kulturlebens der Region Winterthur. Und neben Florina Stiefel sind auch Reta Schudel, Lea Schudel, Ilja Schudel, Reto Müller und Monika Spörri engagiert bei der Sache und sorgen dafür, dass "Fernsüchtig" Alternativen zum gängigen Entertainment bietet. "Scheich ist definitiv nicht Mainstream. Aber das ist bei "Fernsüchtig" immer so. Man weiss nie, was man zu erwarten hat", sagt Ursina, eine Besucherin, die schon mehrmals Veranstaltungen dieses Vereins besucht hat. Es sind aber nicht nur die Bands und Künstler, die "Fernsüchtig" speziell machen. Es sind auch die engagierte, herzliche und einladende Art des Organisationskomitees, der leckere Risotto und die sündhaft guten Kuchen. Es ist aber vor allem auch der Ort: ein paradiesisch schöner, wildromantischer Garten. Selbst wenn man nur Mainstreammusik mag, lohnt es sich nur schon deswegen, hierher zu kommen. Wie kann man hier bloss fernsüchtig werden? Bild: uja




Scheich
PfäffikerIN, Nr.125/2008
SCHEICH gewinnt Silber im Volkshaus Zürich

Nur wenige Stimmen trennten SCHEICH vom Sieg und dem damit verbundenen Preisgeld von Fr. 25'000.- Nach der ersten Enttäuschung freut sich die Pfäffiker Band nun dennoch über den zweiten Platz am Bandwettbewerb "Battle of the Bands 07/08" (PfäffikerIN 123/08) Es sei durchaus als Gewinn zu betrachten, als Trip-Hop Band an einem Rock-Contest aus über 140 Bands aufs Podest gewählt zu werden, so der Bandleader Jean-Claude Horlacher. Nebst überzeugenden Musikkompositionen und stimmgewaltigem Gesang, führte eine eindrückliche Live-Performance unbekannter Klangerzeugung zu grosser Sympathie aus allen Richtungen. Überrascht darüber, wie melodiös das Rühren mit dem Löffel in einer Kaffeetasse tönt, und begeistert davon, wie imposant ein Abwasserrohr donnern kann, liess das Publikum die Band nur ungern von der Bühne gehen. "Die Richtung gefällt und die Vision lockt", darüber ist sich SCHEICH einig, und die Band bedankt sich bei allen, die sie bis anhin unterstützt haben.




Jean van Eisentanz Jean van Eisentanz
Zürcher Oberländer, 19. März 2008
Der Mann, der mit klingenden Eisen tanzt - Jean-Claude Horlacher ist raffinierter Soundtüftler  Andreas Leisi

Als 10-Jähriger sei er von seinem Vater an ein AC/DC-Konzert mitgenommen worden. Gestaunt habe er, sagt Jean-Claude Horlacher, ob der Wirkung der Musik auf das Publikum, über die Nieten-Lederjacken, und dass Gleichaltrige bereits geraucht hätten. Obwohl der 37-Jährige heute mit Hardrock nichts mehr am Hut hat - "ein Abstecher im jugendlichen Leichtsinn zu Krokus war natürlich auch dabei" -, war das Konzerterlebnis seine musikalische Feuertaufe. Sehr früh habe er das Avantgardistische und Extreme in der Musik gesucht. Fündig wurde er zuerst im Stil des Italo-Disco, der damals mit der synthetischen Musik und den elektronisch veränderten Stimmen als Vorreiter des Techno galt. "Aber wirklich umgehauen hat mich", so Horlacher "die Gothic- und Industrial-Musik."

Klassischer Autodidakt
Damals, mit 20 Jahren, sei er als "Gruftie" - schwarz gekleidet, rechte Kopfseite rasiert, linke Seite mit langen Haaren - durch Pfäffikon gelaufen, und man habe hinter vorgehaltener Hand über ihn getuschelt. Mit Gleichgesinnten sei man am Wochenende zu den einschlägigen Gothic-Partys nach Greifensee oder Zürich gefahren.

Während der Ausbildung zum Hochbauzeichner, die er erst viel später wegen der Befähigung zur Lösung von technischen Problemen schätzen lernte, hat er in den Pausen Anleitungen über Computer und technisches Gerät geradezu verschlungen und beispielsweise gelernt, wie man einen Synthesizer von Grund auf programmiert. So sei nach und nach sein eigenes Studio entstanden. "Ich weiss es nicht genau, aber in den letzten 20 Jahren habe ich sehr viel Geld darin investiert."

Seit 15 Jahren tüftelt der Pfäffiker im Luftschutzkeller eines Gebäudes im Industriegebiet Witzberg, wo er auch halbtags als Büroangestellter arbeitet. Der Raum ist voll von elektronischen Geräten, lange Plastikstangen stehen da, und ein selbstgebautes Gestell mit herunterhängenden, verschieden langen und dicken Eisenstangen fällt auf - das "Shrotofon". Ein Minimal-Schlagzeug, Gitarren und Verstärker stehen zur Verfügung, eine Leinwand zieht sich über eine ganze Wandbreite, eine nur bedingt gemütliche Sitzecke vermittelt eine arbeitsame Atmosphäre, alles ist sauber und aufgeräumt.

Klänge aus dem Alltag
Jean-Claude Horlacher hat in seinem musikalischen Leben schon viel Musik auf Tonträger gepresst. "Besonders in der Technozeit 1994/95 produzierte ich mit einem befreundeten DJ Woche für Woche eine neue Platte", sagt er. Damals habe er für eine 20-minütige Synthesizer-Live-Show schon mal 2000 Franken bekommen. Heute ist Horlacher als "Jean von Eisentanz" mit einer Soloshow unterwegs. Dabei unterlegt er mit Ambiente-Musik Hochzeitsaperos oder Boutique-Eröffnungen.

Musikalische Ideen findet er tagtäglich: "Ich laufe an einer Metall-Schiebetür vorbei, lasse meine Hände über die Stangen laufen, und schon habe ich einen neuen metallischen Rhythmus." Diese Sounds verändert Horlacher dann meist bis zur Unkenntlichkeit des Originals und baut sie in seinen Kompositionen ein. Irgendwann möchte er an den Konzerten die einzelnen Sounds mit Videos unterlegen, die deren Ursprung zeigen. "Bei jeder spezifischen Soundsequenz würde ein Videoflash der metallenen Schiebetür im Hintergrund aufblitzen."

Und dann gibt es natürlich noch die Band Scheich, mit welcher der Soundtüftler erst kürzlich einen Auftritt im Zürcher Volkshaus vor knapp 2000 Zuschauern hatte. Jean-Claude Horlacher, Natasha Yasmeen Hauri und Thomas Schönenberg verpassten beim Finale des Wettbewerbs "Battle of the Bands" den ersten Platz nur ganz knapp. "Es war ein Hammerauftritt! Die Resonanz der Leute war grossartig. Es gab einen Moment, als ich ein grosses Plastik-Abwasserrohr rhythmisch bearbeitete, und dieser Rhythmus elektrisierte auf seinem Weg durch den ganzen Saal das Publikum sichtbar."

Hoffnung auf Label
Mit Scheich sind weitere Konzerte, vorwiegend in der Stadt Zürich bereits fix, und Horlacher hat ein gutes Gefühl dabei: "Natashas Stimme ist so kräftig und voll, und auf der Bühne blüht ihr Charisma voll auf - das hat man insbesondere beim Auftritt im Volkshaus sehen können." Der erfahrene Musiker Thomas Schönenberg spielt Gitarre und Querflöte, und beides ergänze seine Sounds perfekt, meint der Komponist.

Man plant nun ein Album, das in Horlachers Studio in Pfäffikon aufgenommen wird. "Ich bringe hier einen guten Sound hin. Aber irgendwann wäre es schon schön, wenn ein Label so richtig Geld in uns investieren würde", meint der Pfäffiker.



Scheich
PfäffikerIN, Nr.123/2008
Scheich - Eine Pfäffiker Band spielt im Volkshaus


Der Pfäffiker Tonkünstler Jean-Claude Horlacher alias Jean van Eisentanz experimentiert seit 20 Jahren in seinem Tonstudio im Witzberg mit elektronisch und akustisch erzeugten Klängen. Nebst mehreren hundert archivierten Kompositionen bestehen heute diverse Veröffentlichungen auf Vinyl und CD. In Pfäffikon trat Jean-Claude Horlacher erstmals im Jahr 2000 zusammen mit den Sängerinnen Natasha Yasmeen Hauri und Vera Winkler im Rahmen der Ausstellung "Kunst im Kehr" an die Öffentlichkeit. Durch die weitere Zusammenarbeit mit Natasha Yasmeen Hauri und dem Hinzukommen von Thomas Schönenberg (Gitarre, Querflöte) entstand die heutige Sound-Performance von "Scheich". Metallschrott und Gitarre, Querflöte und Kaffeetasse, ausdrucksstarker Gesang und zischender Wasserdampf bestimmen die Musik und das Bühnenbild von "Scheich". Während die Musik wie eine Übereinkunft zwischen Realklang-Wiedergabe und synthetischer Komposition wirkt, entspricht die Performance der Vorstellung eines Instruments, dessen Name noch nicht erfunden ist. Schwer zu sagen, was spannender ist: das Sehen oder das Hören. Im Rahmen der Vorbereitungen auf eine Konzerttournee durch die Schweiz meldete sich "Scheich" am Bandwettbewerb "Battle of the bands" an, der alljährlich im Abart Music Club in Zürich stattfindet. Von über 140 angemeldeten Bands hat sich "Scheich" in mehreren Vorrunden für das Finale qualifiziert. Am Samstag 2. Februar 2008, ab 18 Uhr spielen die acht besten Bands im Volkshaus Zürich um den Sieg. - Tickets können unter www.starticket.ch und an den SBB-Bahnhöfen bezogen werden.





Scheich
Zürcher Oberländer, 30. Januar 2008
Am Samstag spielen zwei Oberländer Newcomer-Bands im Zürcher Volkshaus  Andreas Leisi


... Die Band Scheich übt im Pfäffiker Industriegebiet und hat Mühe, ihre Musik zu beschreiben. "Musik ist Klang", sagt Jean-Claude Horlacher, "und wir sind Klanggestalter." Das glaubt man ihm aufs Wort, insbesondere wenn man das "Schrotophon" im Übungsraum entdeckt hat, ein Gestänge aus klingendem "Abfall", das auch auf der Bühne des Volkshauses stehen wird. Daneben wird Horlacher mittels elektronischer Klangplatten an Oberschenkeln und Unterarmen für den Rhythmus besorgt sein. Zusammen mit der kraftvollen Stimme von Natasha Hauri und der musikalischen Begleitung auf Gitarre und Querflöte von Thomas Schönenberg ergibt das einen mitreissenden Elektro-Sound. Für den Auftritt im Volkshaus wird Scheich ein breites stilistisches Spektrum präsentieren. "Wir freuen uns sehr", sagt Natasha Hauri, "auch weil während der Vorausscheidungen im Abart eine gute Stimmung herrschte." Und sollten sie das Finale gewinnen - machen sie erst mal ein grosses Fest für alle die sie unterstützt haben, und nehmen dann eine CD auf...




Cla-Ngor Iter - Oszillations
Keyboards, 1/97
Cla Ngor Iter - Oszillations


der künstler-"name" (?), den sich jean-Claude horlacher für sein erstlingswerk gewählt hat, lässt erst mal stutzen: ist's ein anagram? (wenn ja: welcher scrabble-fan enträtselt den buchstabensalat?) auch die titel der 14 stücke geben kaum einen hinweis auf das, was uns erwartet: "xpharon", "Q.N-9", "xonquas n' zaites" - was soll man davon halten? da zielen wir einfach mal ins blaue, in der hoffnung ins schwarze zu treffen: der debütant aus der schweiz, der sich seit 8 jahren mit computer, synthesizern und samplern befasst, wollte vermutlich erwartungshaltungen unterlaufen und sich der vorschnellen festlegung auf einen elektronik-stil entziehen. indiz dafür ist nicht zuletzt seine selbstverfasste bio. auszug: "meine gr¬össte begeisterung gilt der akustik in jeglicher form und gestalt... aus faszination verbrachte ich mehrere jahre in meinem sound-labor-bunker und komponierte, während andere in den sonnigen süden zogen. es entstanden ganz verschiedene werke, von industrial pur, gothic, wave und ebm über new age bis zu bildnerischen sound-collagen und experimenteller elektroakustik... ich wollte mich nie an einen stil und regeln binden und komponierte stets was mir gefiel. eine auswahl an werken der letzten fünf jahre (stilbereich: film, inter-mezzo, collagen, chill-out) befinden sich nun auf der cd." damit ist auch schon sogut wie alles gesagt. ausser: beim marsch durch die genres ist cla ngor iter/horlacher manches kabinettstückchen gelungen. den ob romantische "em" (track1), kantige "ebm" (track6) oder perkussionslastiger ethnobeat (track12); alle stilübungen leben von ideen mit substanz und dem feinen gespühr des künstlers für variabilität in rhythm'n'sound. ein rundes, in sich geschlossenes opus ist das "oszillatins"-potpourri natürlich nicht; jede/r hörer/in ist eingeladen, sich aus dem regenbogenspektrum die farbe herauszufischen, die ihm am besten gefällt. aber auch das scheint ganz im sinne des musikus zu sein: "nun bin ich auf der suche nach leuten, welche meine werke weiterverwenden möchten, sei dies nun zur musikalischen/akustischen untermalung von theater- und tanzperformances, vertonung von dokumentationen oder verwendung in der filmkunst." wer sich angesprochen fühlt, braucht nur per postkarte sein/ihr interesse zu bekunden um eine von 5 gratis-cds zu gewinnen, um demnächst schlauer zu sein. adressieren sie wie folgt: albrecht piltz, stichwort: oszillations, postbox 19 01 11, 53037 bonn. einsendeschluss (poststempel) ist der 17. jänner 1997.




The Gothic Grimoire, 1/97
Cla Ngor Iter - Oszillations


CLA NGORITER: oSZILLATIONS (1991-1996) Der äusserst vielseitige Musiker Carlos Peron ist niemals verlegen, wenn es darum geht, neue Wege der Vermarktung und Verknüpfung von Medien zu beschreiten. Die Kollabration "Baker's Barn" ist führwahr ungewöhnlich. Nach der musikalischen Begleitung zu Kiss' "Manhattan II", das ebenfalls in der Kombination STRANGE WAYS (Label)/SUHRKAMP (Verlag) erschien, ist "Baker's Barn" eine gelungene Synthese der Stimmungen und bietet der Phantasie des Hörers/Lesers neue Anhalspunkte und Möglichkeiten. Mehr zum Buch möchte ich im Literaturteil unseres Heftes sagen, die Musik lässt sich als Ambient/Electro mit Hörspielfragmenten bzw. Geräuschen beschreiben. Der Name Peron bürgt für eine Druckvolle und saubere Hightechproduktion, und auch wenn seine Arbeiten mit Peter Ehrlich weniger überzeugend ausfielen und er sich mit seinen Fetish-Projekten oftmals etwas irregeleitet zeigte, kann Peron doch hier eine bildhafte Produktion vorlegen, die man auch ohne dazugehörige Literatur geniessen kann. Sehr ambient, allerdings ohne beiliegendes Buch, dafür aber mit Zuordnung von in einem Faltblatt beigelegten Bildern, stellt sich auch CLA NGOR ITER dar. In der vorliegenden Retrospektive verwirklichen sie das, was PERON möglicherweise mit BAKERS BARN im Sinn gehabt hat auf ihre Weise und erreichen ihr Ziel nicht minder direkt, nämlich den Hörer in eine fremde Welt zu entführen. Ethnische Rhythmik mit blubbernden Synthiesounds und kühle Songs. Vor allem das abwechslungsreiche Spiel mit Stereoeffekten und klaren Sounds in einer eher düsteren Atmosphäre unterscheidet CLA NGOR ITER von ähnlichen CDs.




Schweizer Familie, 5/97
Cla Ngor Iter - Oszillations


Die Schweizer Produktion gefällt durch intelligente Soundcollagen und die gelungene musikalische Umsetztung von Stimmungen, Farben und Lokalitäten. Eine CD zum Abschalten, zum Entspannen. (Ng-Productions) ***




Aideam - Ng Produkt 02-04
Frontpage
Aideam - Ng Produkt (Xn-C Laboratories)


Gleich vier Platten aus Zürich, die das Gesetz der Technodisziplin aufheben wollen und auch damit in dem ihrigen Ermessenspielraum erfolgreich sind. Mein Favorit ist Ng-Produkt 03, ein in den Anfängen und mit etwas wohlwollen, nach Lika a Tim klingendes Release, mit dadaistisch-nihilistischem Einschlag. Auf seine Weise verschroben konsequent ohne exotisch zu wirken wie vielleicht DJ Rush. Nun, die Fähigkeit sich von Konventionen freizumachen und diese Eigenschaft für sich zu nutzen, dass können nur wenige. Ng-Produkt 03 kanns, zeigts, wills. Ist emotional sowie gelangweilt lustig und zerstörerisch. Aber vielleicht ist es auch alles anders. Verdient unsere volle Aufmerksamkeit! Anton Waldt Fans werden aufgefordert diese Platte in ihre Sammlung einzureihen. Weiter. Ng-Produkt 02 ist ein Acid Joker mit rythmischen Patterns, die an Mike Dunn erinnern und mit Melodieführungen wie man sie aus der deutschen Elektronik/Body Music kennt (DAF). Cool! Ng-Produkt 04 ist klangregulierter als beide Vorgänger und für mich weniger ein als Design wahrnehmbares Werk, als ein loses, aber gewolltes Ineinandergreifen von Formen. Xn-C Laboratories, abschliessend ist eine gelungene Fusion von Industrial und Dreiton Melodien. Buy all. RRR******




Ng - NoAct3 Ng - NoAct2
Raveline, 08/1996
NG / Robert P. (No Acting Vibes)


Sehr wirkungsvolle Techno-12"es vom neuen schweizer Label No Acting Vibes aus dem drüben weltbekanntem Dübendorf. Die EP vom Labelmitinhaber Robert P. beinhaltet 5 abwechslungsreiche Technotracks, zum Teil mit Houseelementen verknüpft, zum Teil mit trancy Flächen. Das dritte Release NG gefällt ebenfalls durch Abwechslung. So gibt es hier neben einer reinen Ambientnummer (Neptun) zwei funktionale, acidangehauchte Technotrax mit guten verspielten Arrangements. (8 Points svenman)




Xc-N - Other Eqtroniq Tones
Dogma Beat, 2/94
Xc-N - Other Eqtronyq Tones


Unter dem Namen Xc-N veröffentlicht der Zürcher Jean-Claude Horlacher seine Industrial-Kompositionen. Auf dem vorliegenden 60 minütigen Tape sind verschiedenste Instrumentals, die im weitesten als Industrial bezeichnet werden könnten. Der absolute Top-Song ist das 7 minütige "Definator: Ng/0.001". Mit verschiedenen monoton alternierenden Beats und unterlegten atmosphährischen Sounds wird eine unglaubliche Trance-ähnliche Stimmung erzeugt. Man kann den Song X mal anhören und glaubt jedesmal was anderes zu hören. Ebenfalls genial ist "Electro Destruction", stilistisch zwischen Industrial und EBM einzuordnen, dessen Melodie den ganzen Song prägt. Daneben sind noch andere teils gute, teils etwas zu monoton langatmige Songs, die doch aber im allgemeinen schon eher Industrial-Freaks ansprechen.

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